Man erzählte sich, man wüsste nie genau, wo man den Aquaman finden würde, vielleicht auf einen Brett zwischen den Wellen, vielleicht an einer Küste, wo ihn niemand kannte, vielleicht schon auf den Weg zum nächsten Abenteuer. Der Aquaman mochte keine engen Häfen. Der Wind war sein Begleiter, das Meer sein Zuhause und Freiheit seine liebste Sprache, nicht weil er rastlos war, sondern weil sein Herz den Horizont liebte.
Er war einer von diesen Menschen, die mit nassen Haaren, Sand an den Füßen und einem Lächeln im Gesicht auftauchten, Haare blond wie der Sand, wild, wellig und ungestüm wie die Wellen und die Augen so blau, wie das Meer, als wäre er gerade einer Sommergeschichte entsprungen. Viele Menschen beneideten ihn, um seine Leichtigkeit und Spontanität, die Art wie er das Leben zu nehmen schien. Die Art wie er Freiheit lebte, statt nur von ihr zu sprechen. Wenn er von seinen Abenteuer erzählte, schien auf einmal die Welt größer zu werden.
Während andere Menschen Häuser bauten, folgte der Aquaman den Gezeiten. Während andere nach Häfen suchten, liebte er den Kurs.
Er gehörte dem Wind, den Wellen und dem Salz auf der Haut. Ebenso den Geschichten, die hinter den nächsten Horizont warteten.
Der Aquaman verstand etwas, das viele Menschen vergaßen: Das Freiheit nicht bedeutet keine Wurzeln zu haben, sondern den Mut, ihnen nicht immer folgen zu müssen.
Darum zog es ihn immer wieder hinaus auf das Wasser, zu den Wellen. Dorthin wo der Himmel und das Meer ineinander verschwammen. Dort fühlte er sich lebendig, dort fühlte er sich leicht.
Er war immer in Bewegung wie das Meer selbst, mal ruhig, mal wild und mal unerreichbar weit entfernt.
Doch das Meer hatte seine Eigenheiten. Es zeigt nicht alles auf den ersten Blick. An der Oberfläche glitzert das Licht, darunter liegen Strömungen. Manche tragen einen weit hinaus und manche ziehen einen zurück und nicht jede lässt sich erklären, vielleicht verstand der Aquaman das Meer deshalb so gut, weil auch in ihm Dinge wohnten, die nicht jeder sehen konnte.
Er wusste, dass man eine Welle nicht festhalten konnte, das Ebbe und Flut zu demselben Meer gehörten, das jede Strömung seinen eigenen Weg nahm. Das Sehnsüchte weiter reichten als jeder Horizont und von Dinge, vor dem der Aquaman schneller davon schwamm, als er wollte. Nicht weil er böse war oder nichts fühlte, sondern weil manche Stürme auf offenen Meer schwerer zu navigieren sind als andere.
Eines Tages fand er eine Muschel am Strand. Er hob sie auf und lauschte. Die Menschen lachten über sowas für sie war es nur eine Muschel, doch der Aquaman hörte darin das Meer, die Freiheit, die Sehnsucht, die Ferne und all die Geschichten, die das Wasser mit sich trug.
Das erste Mal erinnerte ihn die Muschel nicht nur an das Meer, sondern auch an ein Mädchen. An ihre Neugier, ihre Lebendigkeit und ihre Freiheit und die Art wie sie das Meer nicht nur ansah, sondern fühlte und verstand. Weil sie ihn an etwas erinnerte, dass er selbst manchmal vergaß: Das auch die tiefsten Gewässer gesehen werden wollen und das manche Menschen bereit sind, lange genug zuzuhören, um das Meer wirklich zu hören, nicht nur die Wellen, nicht nur das Glitzern an der Oberfläche. Er schenkte ihr nicht nur eine Muschel. Er schenkte ihr ein Stück seiner Welt, einen Kompass. Nicht einen der nach Norden zeigte, sondern einen der immer zurück zum Meer führte.
Dorthin wo der Wind frei war, die Wellen niemals stillstanden und das Herz des Aquaman zu Hause war.
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