Das Haifischbecken 

Ich bin ein Stück Fleisch. Ein köstliches Stück Fleisch. Saftig, rosig und frischIch verstecke mich unter einem Stein. Sie lauern mir gelegentlich auf, aber ich traue mich nicht aus meinem Versteck hervor. Die Gefahr ist zu groß, dass sie mich zerfleischen. Einige andere Fische interessieren sich ebenfalls für mich, andere nicht.

Wollen wir nun unter diesen Stein vergammeln? Ein faules Stück Fleisch werden, das niemand mehr haben will?

Emma: Die Vorstellung ist schöner als zerfleischt zu werden. Findest du nicht auch?

Wir können uns doch wehren, wir müssen uns nicht zerfleischen lassen.

Emma: Es sind zu viele, ihre Absichten sind klar; alles Fleischfresser! 

Was ist mit den anderen Fischen? Dann nehmen wir eben Abstand von den Haien und widmen uns denen?

Emma: Deswegen verstecken wir uns. Prävention. Es ist sicherer. Aus Erfahrung wissen wir das Fische auch nicht besser sind. 

Es ist so einsam und langweilig hier unter dem Stein.

Emma: Wieso, du kannst sie dir doch von hier ansehen!

Ich möchte aber kein Zuschauer sein. Ich möchte mitschwimmen.

Emma: Damit das Geheule am Ende wieder groß ist. Wie oft denn noch. So oft mitgeschwommen und ums Überleben gerungen. Lernst du nicht aus deinen Fehlern?

Oh doch, genau deswegen. Aufgeben war noch nie meine Stärke. Ich lerne und werde besser. Das Erleben gehört zum Leben. Fühlen, Lieben und genießen und wenn es wieder weh tun sollte, dann soll das so sein. Zumindest bin ich für einen Moment, vermag dieser auch nur von kurzer Dauer sein, lebendig. Das ist es mir wert.

Emma: Ja, dann los. Geh! 

Pause 

Emma: Bist ja immer noch hier… 

—stay—wonderful—

Veröffentlicht von Wonderland

Metaphorische Texte über Herz, Kopf und das Chaos dazwischen

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