Das Essen interessierte mich gar nicht, aber je mehr ich drauf guckte, desto leckerer wurde es für mich. Was ich nicht gleich ersichtlich für mich war, dass das Essen jemanden gehörte. Ich versuche nur auf das Essen zu starren, wenn der Besitzer wegsah. Ich merkte wie ich den Gedanken aufkommen lassen habe, ihm das Essen zu klauen, wenn auch nur einmal probieren. Vielleicht schmeckt es nicht so gut, wie es aussah oder roch. Vielleicht war es so ähnlich wie mein Fertigprodukt. Ich starrte eine Weile und bekam immer mehr Appetit. Wie gemein. Derjenige, der vor dem Essen saß, sah gar nicht hungrig aus. Ich war um so hungriger. Wieso musste ich auch das Essen von jemanden anderen anstarren. Es war nicht mal in Reichweite, um es zu klauen.
Emma: Klauen? Soweit sind wir schon? Das Essen anderer zu klauen?
Nein, natürlich nicht. Es war nur ein Gedanke, ein Wunsch oder Verlangen.
Emma: Und dennoch hast du das Essen ne Weile beobachtet, obwohl du wusstest, dass es dir nicht gehört.
Gucken wird man doch noch gucken dürfen.
Emma: Und was bringt es uns am Ende? Mal abgesehen, dass es nicht mal in Reichweite war. Es ist ja nicht so, dass es nicht noch tausend andere Gerichte gibt.
Ich habe es mir nicht ausgesucht, dass mir das Essen so angetan hat. Es ist doch keine rationale Entscheidung. Entweder mag man etwas oder nicht.
Emma: Das ist auch in Ordnung, dann nimm doch bitte Essen, das für dich zur Verfügung steht, wenn du schon wieder hungrig zu sein scheinst. Das andere hast du noch nicht mal richtig verdaut.
Das weiß ich doch, deshalb habe ich auch nur geguckt. Ich würde niemals klauen. Ich möchte auch mein Essen ganz offiziell für mich alleine haben, was mir dann auch zusteht.
Emma: Zumindest bist du einmal vernünftig geworden.
Außerdem bin ich aus dem Wasser gekommen, um zu Essen.
Emma: Du hast immer noch deine Schwimmsachen an…
Ich bin aus dem Wasser gekommen… das ist schon der erste Schritt.
Emma: Na, dann bin ich ja mal gespannt, wann du dich umziehst…
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